Antworten von Brunhilde Schmid SPD

- Industrie- und Gewerbegebiete in Kornwestheim unmittelbar an Stammheimer Gemarkungsgrenze - Lärm, Dreck, Versiegelung und immer mehr Verkehr für Stammheim - quo vadis?

Wir haben von der SPD Stammheim schon immer die Haltung, dass im Vordergrund die Menschen stehen müssen und nicht der Profit. Deshalb ist es wichtig hier nach Lösungen zu suchen, mit denen alle einigermaßen leben können. An der Gemarkungsgrenze zu Kornwestheim wurde bisher seitens der der nördlichen Nachbarstadt nicht immer ehrlich vorgegangen, bzw kam Häppchenweise diese Fläche noch hinzu und diese, die bebaut werden sollte. Dies führt automatisch zu mehr Verkehr und Lärm. Deshalb unterstützen wir das Anliegen der BürgerInnenintiative rechtlich die Lärmgrenzen regeln zu lassen. Wenn man bedenkt, dass das Gebiet „Sieben Morgen“ als Mischgebiet ausgewiesen wurde, aber real ein reines Wohngebiet  ist, müsste davon ausgegangen werden, dass hier andere Grenzwerte sein müssen. Hier steht auch die Stadt in der Pflicht sich mehr um die Stammheimer Bürgerinnen und Bürger zu kümmern. Auf politischer und Verwaltungsebene wurde schon viel ausgehandelt, doch reicht es noch nicht.

Bedenkenswert ist außerdem:  dieses Thema mit mehr Verkehr und Lärm betrifft auch andere Wohngebiete, da wir von Straßen umgeben sind und quasi auf einer Verkehrsinsel leben.

 

- Sicherer Schulweg in Stammheim - wie sollte man den immer gefährlicher werdenden „Eltern-Shuttles“ von und zur Stammheimer Grundschule am Fliegenweg begegnen?

Dieses Problem gibt es in  fast allen Schulen in Stuttgart. Deshalb sollte hier die Schule aktiv werden und „Lauftaxis“ einrichten. Es sollte alles dafür getan werden, um die Eltern zu informieren und ein Bewusstsein zu schaffen, dass sie mit dem meist  „Taxi Mama“ ihren Kindern mehr schaden als nutzen. Doch das wäre ein Thema auch schon in der Kindertageseinrichtung. Vielleicht könnte sich da die Stammheimer Runde ein Projekt oder eine Aktion überlegen, um auf das Problem aufmerksam  zu machen. Ansonsten gäbe es noch ordnungspolitische Regelungen, wie ein punktuelles Halteverbot zu installieren. Vor manchen Schuleingängen wurden als Puffer Steine gelegt. Tempo 30 gilt bereits überall.

Bei der Schule gibt es jedoch noch mehr Probleme als der Schulweg. Sie wird noch über Jahre eine Baustelle sein. Noch ist unklar, wie der notwendige Platz für die Realschule und die Ganztagsgrundschule geschaffen  und wie angeordnet werden soll. Auch die Mensasituation ist weiterhin mit dem Laufen bis zur früheren Bankfiliale unbefriedigend. Dies schadet dem Ruf der Schule und wir müssen alle Achtung haben vor den Lehrkräften und SchülerInnen, die unter diesen Umständen in Stammheim arbeiten und lernen müssen.

 

- Bezahlbarer Wohnraum - Im Neubaugebiet Langenäcker-Wiesert werden Höchstpreise für Grundstücke aufgerufen, sodass bezahlbarer/geförderter Wohnraum kaum noch angeboten werden kann. Was kann man tun?

Das liegt an der langen Planungszeit, die sich immer wieder nach hinten verschoben hat, wegen Artenschutz und Klagen! Die Baukosten sind immens gestiegen, wie auch die Quadratmeterprise für das Bauland. Heute würde man sowieso anders planen als noch damals. Die Baugenossenschaft erstellt Wohnungen mit  Anteil von  sozial geförderten Wohnungen. Diese werden auch finanzierbar und für heutige Verhältnisse preisgünstig sein. Nur kann es kaum noch eine Genossenschaft  schaffen, preiswertes Wohneigentum in Form von Reihenhäusern zu bauen und weiter zu verkaufen. Deshalb muss die Stadt das PWE- Programm überdenken, andere Richtlinien bestimmen und den Grund und Boden in Erbpacht überlassen. Zukünftig sollten solche Objekte nicht mehr dem freien Wohnungsmarkt überlassen werden. Eine Familie mit mittlerem Einkommen sollte sich das Wohnen in Stuttgart noch leisten können. Deshalb fordern wir einen verstärkten Ausbau von 30 000 neuen bezahlbaren Wohnungen in den nächsten 5 Jahren.

 

- ÖPNV und Nahverkehr - mit dem Rückzug von Car2Go und den in den Stoßzeiten völlig überfüllten Stadtbahnen der Linie U15 ist Stammheim alles andere als gut angebunden. In Richtung Norden gibt es nur unregelmäßigen/zu wenig Busverkehr. Ihre Antwort auf dieses Problem?

Zunächst einmal sind wir froh inzwischen so gut angebunden zu sein mit S-Bahn, U-Bahn und Bus. Der Takt von Bussen und Bahnen wurde ständig pro Fahrplanwechsel erhöht. Schwierig wird es weiterhin nur noch in den Gebieten Emerholz und in Richtung Krabbenbäumle/Segelfalterstraße. Wenn die Bevölkerung von Langenäcker-Wiesert hinzu kommt, ist in den Stoßzeiten, wie auch zum Teil jetzt schon die Platzkapazität nicht mehr gewährleistet. Deshalb fordern wir ein baldiges Verkehrs-und Lärmgutachten möglichst noch in diesem Jahr, um den Verkehrsstrom über Stammheims Grenzen hinweg zu analysieren, um entsprechende Maßnahmen ergreifen zu können. Das kann eine zweite U-Bahnlinie Richtung Cannstadt sein, erweiterte Buslinien, die über Emerholz fahren und vieles mehr. Unser Ziel ist es schon, dass möglichst viele Personen auf öffentliche Verkehrsmittel umsteigen. Deshalb hatte die SPD den Vorschlag gemacht, dass es im Stadtgebiet nur noch eine Tarifzone gilt. Ab April ist dies nun Fakt! Jetzt fordern wir ein 365 € Ticket für das ganze Jahr im gesamten Verbundssystem. Da Stammheim stadtweit die meisten PKWs pro Einwohner fährt, ist bei uns noch viel zu tun, um die Stammheimer Bevölkerung zum „Umsteigen „ zu animieren.

 

- Wie sehen Sie die allgemeine Situation im Stadtbezirk? Was macht Stammheim aus? (Platz für allgemeine (auch positive) Aussagen zu Stammheim, Blick in die Zukunft, Wo besteht Ihrer Ansicht Handlungsbedarf, u.ä.).

Das Beste an Stammheim sind die Menschen, die hier wohnen. Es herrscht eine gute Atmosphäre, geprägt von einem enormen Zusammengehörigkeitsgefühl. Wir werden immer mehr. Rund 1000 Einwohner in Langenäcker-Wiesert werden hinzu kommen. Unsere Bevölkerungsstruktur wird auf der anderen Seite zunehmend älter. Die Infrastruktur zerfledert immer mehr, fehlende Geschäfte, Gaststätten, Arztpraxen. Um den Zusammenhalt zu stärken, braucht es zukünftig mehr, um sich mit dem Stadtteil identifizieren zu können. Dazu zählt in erster Linie ein gutfunktionierendes, offenes und vielfältiges Stadtteilhaus, erweiterte Sportanlagen und ein Lehrschwimmbecken, ein ausgeprägtes Naherholungsgebiet mit zusätzlichen Attraktionen. Dies könnte eine verbundene und mit dem  Rad befahrbare Solitudeallee von Ludwigsburg bis zum Schloß Solitude, eventuell mit einem Aussichtsturm in Stammheim, und auch auf der anderen Seite die Verbindung nach Zuffenhausen über den Hummelgraben sein. Unser Stadtteil kann noch schöner werden, wenn wir uns für ein sauberes und sicheres Stammheim engagieren und uns als Nachbarn unterstützen und helfen, aber auch Verschönerungsaktionen durchführen und gemeinsame Feste feiern. Die Backhausinitiative ist schon ein Teil des neuen Gemeinsamen. Bei diesem Vorhaben könnte sich auch der Bürgerverein gut einbringen. Packen wir es doch zusammen an.